Atlantik #83, Frachtschiffreisen

«Unbezahlbar! Oder hatten wir das schon mal?» Nach 12 Tagen auf dem Schüttelbecher hat offenbar auch mein Hirn etwas gelitten. Entschuldigung! Am nächsten Tag nach dem «Perfekten Sturm» kreuzt sich die Mannschaft an Bord wie nach einer durchzechten Nacht. Jeder fragt nach dem Wohlbefinden des Anderen. Am Nachmittag zeigt sich sogar die Sonne, wie launisch

Atlantik #82, Der perfekte Sturm

Fast wie «The Perfect Storm» – nur George Cloney hat gefehlt! Pünktlich zu meinem Abschied orchestriert der Atlantik einen Sturm, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Es ist Samstagabend. Während im Unterhaltungsraum ein Kriegsfilm aus Hollywood läuft, braut sich draussen ein explosiver Wettercocktail zusammen mit Sturmwinden von 160km/h und Seegang von 8+ Meter.

Atlantik #80, Mein «Fotoferrrari»

Zugegeben. Ein bisschen frustriert war ich schon, nachdem ich seit zwei Tagen den «Fotografieren mit Spiegelreflex Kamera» geschaut habe: Meine hochklassige Digitalkamera gehört jetzt einem Afrikaner (siehe Afrika #67) und eine Spiegelreflexkamera habe ich keine. So setzte ich mich mit der Kamera meiner Eltern – danke nochmals fürs Ausleihen – an Deck im Wissen, dass

Atlantik #79, Rettung der Titanic

Nach einer Woche Seekrankheit mit der dazugehörigen permanenten Benommenheit, vermute ich zu wissen, wie sich ein Alkoholiker fühlen muss. Nein, nichts was man sich wirklich antun möchte. Auch mit meinen beiden Freunden «Malt Scotch Cardhu 12» Jahre und dem «Grand Reserva Ruhm Flor de Caña» konnte ich mich nie richtig anfreunden. Beide werde ich wohl

Atlantik #77, Der Bücherwurm

Ein weiterer Tag des Buches: Sonne und noch soviele Plätze des Frachters an denen ich noch nicht gesessen bin und gelesen habe. Mein Leben lang habe ich Bücher gekauft und ungelesen ins Bücherregal gestellt. Obwohl ich seit Jahren – ausser Hörbüchern – kein einziges Buch fertig gelesen habe. Jetzt ist die Zeit gekommen um mit

Atlantik #76, Unbezahlbar

«Unbezahlbar», suggeriert uns eine Werbung. Was ich hier auf dem Frachter erleben darf ist wirklich «unbezahlbar». Wie viele Millionäre mögen eine langweilige Yacht ihr Eigen nennen mit der sie frustriert vor der Côte d´Azurs rumtuckern? Ich hingegen stehe hier alleine auf der Brücke «meines» 231 Meter langen Frachters, lasse den Wind durch mein nicht existierendes

Atlantik #75, Die Anderen

Was für eine Ruhe! Heute Morgen stehe ich um 6:30 auf. Wie friedlich ist doch die Dämmerung und der Sonnenaufgang auf offener See. Wer interessiert sich schon für den Seegang, wenn durch die Wolken alle Farben an rötlichem Orange den Himmel erleuchten. Nein, Seegang ist langweilig, den ignoriere ich heute einfach – was vielleicht auch

Atlantik #74, Motorenraum

Typisch – der Sturm macht 5 Minuten Pause und ich habe schon eine grosse Klappe. Nach einem fetten Teller Spaghetti und ein paar Biers in der Offiziersmesse, schaltet der Sturm nach Mitternacht unvermittelt zwei Gänge höher. Einzelne Brecher erschüttern nun das ganze Schiff schwer. Einmal falle ich fast zum Bett raus. Zum ersten Mal beginnt

Atlantik #73, Zeitverschiebung

Lustig, die Wellen haben vier Meter erreicht und… mir geht es prächtig! Keine Medikamente, keine Hilfsmittel, einfach so. Heute habe ich bereits die ersten Versuche mit freihändigem Duschen unternommen, obwohl der Seegang so stark war, dass ich noch auf der Brücke kaum die Ausgangstür getroffen habe. Mir soll es recht sein. Jetzt ist scheinbar auch

Atlantik #72, Nur das Vorspiel

Ziel erreicht: Jetzt ist mir speiübel! Ich wollte immer einen Sturm erleben, jetzt kriege ich zumindest den Ausläufer des Sturmes mit, der 3´000 km von hier in der Biskaya tobt. Die Wellen erreichen mittlerweile drei Meter und sollen am Nachmittag auf vier Meter anwachsen. Brrrreite, langgezogene Wellenberge klatschen ohne Unterbruch auf die HS Bruckner. Der

Atlantik #71, Gigantisch

Gigantisch! Definitiv die beste Entscheidung meiner bisherigen Reise. Schon jetzt kann ich Euch eine Frachtschiffreise nur ans Herz legen. Nachdem ich gestern Nachmittag beim Tischtennis den Kapitän in einem epischen Best-of-9 Spiel niedergerungen haben, darf ich Euch nun auch während der Überfahrt live berichten: Er hat mir als Belohnung ein E-Mail zur Verfügung gestellt und

Atlantik #70, Zu Gast bei Freunden

So ein Frachtschiff ist schon eine tolle Sache. Wieso wollte ich als kleiner Knopf immer Lokomotivführer und nie Schiffkapitän werden?! Im Hafen war es allerdings nicht einfach die Ms Bruckner zu finden, nicht weil das Frachtschiff klein ist, sondern der Hafen so gross. Die Reiseagentur schickt mich prompt zuerst in die falsche Ecke des Hafens.

Atlantik #69, HS Bruckner

Jetzt wird es lustig. In wenigen Stunden schiffe ich in die HS Bruckner ein. Mein neues zu Hause ist 231m lang, 40´000 Tonnen schwer, hat Platz für 3´500 Container und besitzt zwei Gastkabinen wovon eine wohl für die Liebesspiele des Kapitäns reserviert ist. In 12 Tagen – also am 17. Februar – sollte ich in