#144 Sonnenuntergang in Kuba

Kompletter Stillstand, völlige Windstille, gähnende Leere: Der Sozialismus hat es in Kuba zu einmaliger Blüte gebracht. Kein System dieses Planeten wird jemals ineffizienter sein. Seit fast einem Jahrzehnt besuche ich nun diese Insel. Seit 5 Jahren fliesst Wasser aus einem antiken Gebäude in meiner Nähe ohne, dass jemand das Wasserleck dichtet. Seit über 7 Jahren

#141 Budgetferien im Luxushotel

Budgetferien im Luxushotel!? Was wie die Quadratur des Kreises tönt, lebe ich seit einem Weilchen auf meiner Weltreise. Zeit, dass Euch Onkel Ivo in die wahren Geheimnisse des Reisens einweiht. Die Lösung des Problems kam mir – wie die meistens meiner genialen Eingebungen – bei der Erledigung eines Grundbedürfnisses. Es ist kein Geheimnis: Auch Reisende

#140 Insel der Glückseligen

Das Leben ist ein Kreis. Zumindest in Kuba. Hier gelangt man nicht weiter als dahin wo man gestern war. Das tönt frustrierend, hat aber etwas ungemein Befreiendes. Sind die Grundbedürfnisse einmal gedeckt, die Wohnung und Motorrad repariert, gibt es nicht mehr viel was man in Kuba erreichen kann. Man ist sozusagen am „Punkt Zero“, an

#139 „Luchando“

„Estoy luchando“ ist die Standardantwort, wenn man einem Kubaner nach seinem Wohlbefinden fragt. Treffender könnte man das Lebensgefühl von Kuba nicht beschreiben. „Estoy luchando“ bedeutet „Ich bin am überleben“. Wort wörtlich sogar „Ich bin am kämpfen“ was der Realität noch näher kommt. Das Leben im sozialistischen Kuba ist ein einziger Kampf. Vom Morgen früh bis am Abend spät suche

#138 Nie wieder!

Nachdem ich mein VW in Argentinien verschifft habe, verbringe ich einen Monat „alleine“ in Mexiko. Mein erstes Hostel in Cancun bietet Tagesausflüge nach Chichen-Itza an. „Eine gute Idee“, finde ich. Vielleicht liegt es am emotionalen Tief nach der Trennung von Champion, vielleicht ist es auch einfach der Wunsch einmal „nichts“ zu selber zu organisieren. Nach

#137 Regellos

Nach 35’000 km auf Südamerikas Strassen wird es Zeit einen Blick in die Seele des einheimischen Autofahrers zu wagen. Schließlich erfährt man im täglichen Verkehr mehr über die Befindlichkeit eines Volkes als bei der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und beim Lesen von Reiseführern. Nach einem Jahr des täglichen Wahnsinns weiss ich mit Bestimmtheit: Es brodelt in

#135 „Welcome to the Jungle“

Ich fühle mich gerade wie ich mit dem Auto durch die Masoala-Halle fahren würde. Ein absolut geniales Gefühl, zumal ich weiss, dass ich das nicht wirklich tue. Süßlich, feuchte Tropenluft umgibt mich. Sie ist getränkt mit dem betörenden Duft von Blüten und der leichten Fäulnis von Brackwasser. Sie wirkt auf mich wie eine olfaktorische Wundertüte

#134 Altiplano

Es ist schwierig sich nach einer fantastischen Reise immer wieder von Neuem zu steigern, doch Bolivien ist vom ersten Augenblick ein Höhepunkt. Das Altiplano* mit seinen surrealen Landschaften, bizarren geologischen Formationen und malerischen Dörfern haut mich vom ersten Moment aus den Socken. Das Reisen ist nirgends in Südamerika so intensiv wie hier. Es ist aber

#133 Göttliche Fügung!

Endlich bin ich wieder „on the Road“. Nach zwei Monaten Pause in Buenos Aires wohne ich wieder in meinen „eigenen vier Wänden“. Als ich in meinen VW steige habe ich ein warmes Bauchgefühl* und feuchte Hände. Der städtische Verkehr löst sich schnell auf. Bald bin ich in der Pampa, die mit zwei Worten einfach umschrieben

#132 Die Quintessenz des Reisens

Es ist wichtiger wie man reist als wo man reist! Reisen besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten. Einerseits aus dem Kennenlernen neuer Kulturen und Länder. Anderseits aus dem Vermissen seiner Heimat*. Ich kann das gleiche Land per Rucksack, Auto, Motorrad oder Rad bereisen. Meine Erfahrung wird jedes Mal völlig anders sein. Deshalb ist es wichtig sich

#131 Don’t cry for me Argentina!

„Fährt er noch oder parkt er schon,“ frage ich mich gerade, während ich durch den Verkehr in Buenos Aires rolle. Die Argentinier sind so entspannt, dass man den Unterschied manchmal kaum sieht. Kein Hupen, kein Fluchen, kein Gestikulieren. Egal was passiert, hier ist alles: „Tranquillo.“ Hier ist keiner gestresst, alle sind tief am durchatmen. Vielleicht

#130 Tierra del Fuego

Ich stehe an der Magellanstraße und warte auf die Fähre. Der Himmel ist dunkelrot bis purpurn. Der Himmel scheint zu brennen. Seit Monaten ist der Sonnenuntergang ein Spektakel. Die Sonneneinstrahlung ist dermaßen flach, dass die Sonnenaufgänge eine gefühlte Ewigkeit dauern und die ganze Farbpalette an Rot durchlaufen. Die Dämmerung dauert hier Stunden. Einmal mehr werde

#129 Carretera Austral

Atemberaubend, fantastisch, unvorstellbar. Gleichzeitig unbeschreiblich. Es ist müßig über die Carretera Austral zu schreiben, man muss sie erlebt haben! Die Carrtera Austral, das sind 1’350 km wilde, unbändige und – bis auf die Strasse selbst – unerschlossene Natur. Nach jeder Kurve überrascht mich die Landschaft von Neuem. Unendliche Flusstäler, mäandernde Flüsse, spiegelglatte Seen und schroffe

#128 „Chile a los Chilenos“

„Chile a los Chilenos!“ schreit Einer hinter mir. Die Fischer Chiloé‘s haben soeben die Strasse mit brennenden Pneus blockiert und verweigern mir die Durchfahrt. Sie kämpfen für eine Entschädigung nach dem staatlich verhängten Fischfangstopp. Trotz der kämpferischen Parolen sind die Streikenden friedlich bis auf den einen Nationalisten. Einen Idioten gibt es eben überall, der den

#125 Am Nabel der Welt

Ich bin am Nabel der Welt oder um es in den Worten der Inkas auszudrücken in „Qosqo“, dem heutigen Cusco. Besser könnte man diese fantastische Stadt nicht umschreiben. Cusco war der Mittelpunkt des viergeteilten Inkareiches, das von Ecuador bis Chile reichte. Auch heute noch versprüht die Stadt einen unheimlichen Scharm – was leider auch den

#124 Göttliche Schokolade

So, der Onkel Ivo erklärt Euch heute wie man seine eigene, hausgemachte Schokolade herstellt*. Egal, ob ihr Reisen, VW Busse oder mich mögt, legt bitte mal Alles zur Seite, denn Ihr seit Schweizer und liebt Schokolade! Wir sind Weltmeister. Ja, sogar unbestrittene Weltmeister! So was können wir Schweizer nur in ganz wenigen Disziplinen von uns

#126 Hilfe, mein Blut kocht!

Ich stehe am Eingang des Nationalparks des Chimborazos auf 4‘300 MüM. Soeben bin von Meereshöhe in wenigen Stunden hierhin zum Übernachten gefahren. Mein Körper fühlt sich an als würde das Blut in meinen Adern kochen. Alles brodelt in mir als wäre ich persönlich der Vulkan auf dem ich eigentlich nur stehen wollte. Mein Kopf schmerzt,

#123 Höllenritt

Ohne Zweifel: Das war ein wahrer Höllenritt! Einen anderen Namen hat die „Strasse“ zwischen Leymebamba und Celentin nicht verdient. Luftdistanz zwischen beiden Ortschaften ist 45km, die Strasse ist aber satte 144km lang ohne dass sie einen nennenswerten Umweg nimmt. Schon was aufgefallen? „Google Maps“ weisst eine Fahrzeit von 2h aus. Natürlich verlasse ich mich nicht

#122 Wolkenmenschen

Ich gestehe: Ich bin süchtig nach Dokumentationsfilmen! Ohne meine wöchentliche Dosis an Dokus beginne ich am ganzen Körper zu zittern. Gestern noch habe ich mir die Dokumentationen zu den „Wolkenmenschen“ angeschaut*, den Cachapoyas wie sie von den Inkas genannt wurden. Heute stehe ich am Ort der Handlung, in der Provinz Cachapoyas in Peru: Mittendrin statt

#121 Achtung Lebenskünstler!

Nachdem ich mich entschieden habe meine Stelle zu künden, interessierten sich einige zuerst dafür was ich nach meiner Rückkehr arbeiten werde, noch bevor sie meinen Reiseplan überhaupt kannten. Wahrscheinlich eine urtypische Reaktion in einem Land das in der ständigen Sorge um das Morgen lebt. Jetzt wo ich unterwegs bin, treffe ich auf viele Reisenden mit

#120 Der „Phantombeamte“

Er: „Belgien?“ Ich: “ Nein, Schweiz!“ Er: „Tunesien?“ Ich: „Nein, Schweiz!!“ Er: „Russland?“ Ich: „Nein, Schweiz !!!!!“ Er, der grauhaarige peruanische Zollbeamte klebt mit seiner Nasenspitze vor einem Kombinationsfeld in der er die Länder der Welt auswählen kann. Wenn er sich nur merken könnte woher ich stamme. Er ist fast blind, trägt aber keine Brille.

#119 Cuenca – Insel des Anstandes

Lasst uns Lorbeeren verteilen! Heute möchte ich der Bevölkerung der Anden für ihren vorbildlichen Anstand- und Fleiss danken. Wenn ich hier eine so fabelhafte Zeit verbringe, so ist es einzig und ausschließlich wegen ihnen. Nun wurde die andine Bevölkerung nicht gerade von der Geschichte verwöhnt: Zuerst wurden sie von den Spaniern unterdrückt, jetzt muss sie korrupte Funktionäre und eine

#118 „Google Maps“ ist ungesund

Ich sitze schweissüberströmt hinter dem Steuer meines VWs. Es ist mittlerweile stockdunkel, ich kann den Weg kaum noch sehen. Die Strasse ist während der letzten zwei Stunden von einer mürben Asphaltstrasse, zu einer provisorischen Staubpiste, über einen löchrigen Nebenweg in einen ausgewachsenen 4×4 Jungelweg übergegangen. Die Fahrrinnen sind so tief, das mir mein Wageninhalt kreuz

#117 Allee der Vulkane

Erhaben, majestätisch, zeitlos! So stehen 22 der 73 Vulkane Ecuadors in der „Alle der Vulkane“* wie am Schnürchen aufgezogen. Wer schon immer davon geträumt hat auf Feuer speiende Vulkane zu steigen, Drachen zu besiegen und Prinzessinnen zu befreien, der ist hier genau richtig! Mich erinnert die Landschaft an mein Lieblings Kinderbuch „Jim Knopf und der

#116 Am Äquator

Es ist ganz einfach: Ich muss nur von „Panama“ über „Haiti“ nach „Nicaragua“ gehen und bei „La Habana“ rechts abbiegen wobei ich eigentlich via „Nueva York“ abkürzen könnte. Ich bin in Quito wo die Strassen Länder- und Stadtnamen haben und versuche mir wieder einmal den Weg von „zu Hause“ zum Restaurant und zurück zu merken.

#115 Die Mitte der Welt

Knapp daneben, ist eben doch daneben! 1979 baute Ecuador das Monument „Mitad del Mundo“, das auf den Äquatorberechnung einer französischen Mission von 1744 beruhte. Das Gelände umfasst einen 30 Meter hohen Monolithen und ein ganzes Dorf mit Planetarium, Museen Touristenshops und Restaurants. Vielleicht hätte man doch die französischen Berechnungen nochmals überprüfen sollen bevor man mit

#114 Die Polizei, Dein Freund und Helfer!

Bis gestern war mir unklar, weshalb kolumbianische Autofahrer mir am helllichten Tag „lichthupen“. Während ich darüber nachdenke, überhole ich in einem waghalsigen Manöver einen Truck über die durchgezogene Doppellinie. Sekunden später weiss ich weshalb Kolumbianer „lichthupen“. Hinter mir fuhr die Polizei, die mich nun mit Blaulicht an die Seite winkt. Nach kurzem „Small Talk“ werden

#112 Ode an die Freude

Heute hatte ich die Wahl zwischen einem klassischen Konzert und einem Salsa Konzert, um genau zu sein zwischen Beethovens 9. Simphonie und dem „Grand Combo de Puerto Rico“. Natürlich habe ich mich für die 9. Simphonie von Beethoven entschieden! Salsa Konzerte habe ich wie Sand am Meer gehört. In einem klassischen Konzert war ich noch

#111 Fort Knox

Mea culpa: Statt mein VW Bus Interieur farblich abzustimmen, hätte ich mich besser mit den Gepflogenheiten meiner Zielländer befassen sollen. Interessant auch, dass meine Vorliebe für „Hello Kitty“ Portemonnaies von meiner ersten Südamerikareise stammt. Damals wurde ich so oft ausgeraubt, dass es mit der Zeit zu teuer war „richtige“ Portemonnaies zu kaufen. Deshalb kam uns

#110 Ewiger Frühling

Fabelhaft, einfach fabelhaft. Ich bin in Medellín. Eine tolle Stadt. Das Klima ist perfekt. Hier herrscht ewiger Frühling: Weder zu heiss, noch zu kalt, tags- wie nachts ideales T-Shirt Wetter. Die Bewohner – die Paises – sind sehr freundlich. Öfters werde ich auf eine direkte Frage zuerst einmal förmlich begrüsst, dann wird ein wenig geschwatzt

#109 Viva Columbia!

„Mami“ hat immer recht. Eine Weisheit die scheinbar zeitlos gilt. Meine Mutter prophezeite mir, dass ich zu weit plane in Anbetracht, dass mir bereits in Kolumbien alles geklaut wird. Sie hatte recht. Bevor meine Reise richtig beginnt, werde ich tatsächlich zweimal ausgeraubt. Doch alles der Reihe nach. Im Hafen von Cartagena Bereits bei der Ankunft

#108 Speedy Gonzales

Nach meiner Erfahrung in Kuba bin ich für die Auslösung meines VW Busses aus dem Hafen von Cartagena bestens vorbereitet: Nebst Originaldokumenten und viel Geld zum „schmieren“ packe ich genügend Bücher, Lebensmittel und Wasser für unendliche Wartezeiten ein. Wiedermal kommt alles anders.  Bereits im Büro meines Spediteurs*, merke ich dass Sonia, meine Agentin, vor Energie

#107 Rundungen

Die Geschichte ist schnell erzählt: Wer einen Ort sucht, an dem es mehr regnet als in England und der kälter als die Schweiz ist, der wird sich in Bogota pudelwohl fühlen. Nun ich bin kein Pudel. Bogota scheint einer der wenigen Orte an dem „die Tür“ und „das Fenster“ als Hausbestandteil noch nicht erfunden wurde.

#106 Grosses Finale

Ich bin bereit für meinen Abschiedsabend im Salsaclub 1830. Das 1830 ist nicht gerade der Insiderclub Havannas, doch hier habe ich getanzt und geschwitzt was das Zeug hält und mir zumindest den Respekt der Habaneros erarbeitet. So sitze ich mit Vorfreude in meinem Penthouse und weiss nicht, das Fidel – der Schlingel – andere Pläne

#105 Kubanische Mathematik

12 x 2 +1 = 1 Dieses überaschende Ergebnis ist in Kuba seit der Einführung des dualen Währungssystem Alltag. Ursprünglich wurde das System zur Kaufkraftsteigerung der Bevölkerung eingeführt. 25 Pesos Moneda National sind 1 CUC oder 1 USD wert. Während Grundnahrungsmittel mit Pesos verkauft werden, müssen Luxusgüter* in CUC bezahlt werden. Heute hingegen können auch

#104 Mein erster Arbeitstag

An meinem ersten „Arbeitstag“ in Kuba habe ich grosses vor. Auf meiner Pendenzenliste stehen fünf Aufgaben, die Aufgrund des enormen Umfangs kaum in einem Monat zu bewältigen sind : Erwerb kubanischer SIM Karte Kauf einer Batterie Zahlen meiner Stromrechnung Download einer Radioempfänger App Leck am Wassertank meines Nachbars flicken, der aber auf meinem Dach steht.*

#103 Freie Parkplätze

Ein Leben lang hatte ich den Eindruck, dass es für alle Fahrzeuge dieser Welt nicht mehr als ein Dutzend freie Parkplätze geben kann, doch heute stehe ich im Paradies: Ein komplett leerer Parkplatz mit mindestens 1’000 freien Parkplätzen. Es ist 1:30 morgens. Soeben bin ich mit meinem VW Bus von Hamburg im Frachthafen von Bremerhaven

#102 Umzugsanzeige

Ich bin umgezogen. Seit heute lebe ich in einem VW Bus mit ständig wechselnder Adresse.  Nach sechs monatigem Umbau ist aus einem LKW eine veritable 4-Quadratmeter Wohnung geworden. Mein Vater hat mir nebst viel Stauraum einen Kocher, einen Kanister zum Duschen, eine Kühlbox, Lavabo und Bett eingebaut. Natürlich ist alles farblich abgestimmt. Die Bettwäsche, Hand-