#144 Sonnenuntergang in Kuba

Kompletter Stillstand, völlige Windstille, gähnende Leere: Der Sozialismus hat es in Kuba zu einmaliger Blüte gebracht. Kein System dieses Planeten wird jemals ineffizienter sein. Seit fast einem Jahrzehnt besuche ich nun diese Insel. Seit 5 Jahren fliesst Wasser aus einem antiken Gebäude in meiner Nähe ohne, dass jemand das Wasserleck dichtet. Seit über 7 Jahren

#141 Budgetferien im Luxushotel

Budgetferien im Luxushotel!? Was wie die Quadratur des Kreises tönt, lebe ich seit einem Weilchen auf meiner Weltreise. Zeit, dass Euch Onkel Ivo in die wahren Geheimnisse des Reisens einweiht. Die Lösung des Problems kam mir – wie die meistens meiner genialen Eingebungen – bei der Erledigung eines Grundbedürfnisses. Es ist kein Geheimnis: Auch Reisende

#140 Insel der Glückseligen

Das Leben ist ein Kreis. Zumindest in Kuba. Hier gelangt man nicht weiter als dahin wo man gestern war. Das tönt frustrierend, hat aber etwas ungemein Befreiendes. Sind die Grundbedürfnisse einmal gedeckt, die Wohnung und Motorrad repariert, gibt es nicht mehr viel was man in Kuba erreichen kann. Man ist sozusagen am „Punkt Zero“, an

#139 „Luchando“

„Estoy luchando“ ist die Standardantwort, wenn man einem Kubaner nach seinem Wohlbefinden fragt. Treffender könnte man das Lebensgefühl von Kuba nicht beschreiben. „Estoy luchando“ bedeutet „Ich bin am überleben“. Wort wörtlich sogar „Ich bin am kämpfen“ was der Realität noch näher kommt. Das Leben im sozialistischen Kuba ist ein einziger Kampf. Vom Morgen früh bis am Abend spät suche

#138 Nie wieder!

Nachdem ich mein VW in Argentinien verschifft habe, verbringe ich einen Monat „alleine“ in Mexiko. Mein erstes Hostel in Cancun bietet Tagesausflüge nach Chichen-Itza an. „Eine gute Idee“, finde ich. Vielleicht liegt es am emotionalen Tief nach der Trennung von Champion, vielleicht ist es auch einfach der Wunsch einmal „nichts“ zu selber zu organisieren. Nach

#137 Regellos

Nach 35’000 km auf Südamerikas Strassen wird es Zeit einen Blick in die Seele des einheimischen Autofahrers zu wagen. Schließlich erfährt man im täglichen Verkehr mehr über die Befindlichkeit eines Volkes als bei der Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und beim Lesen von Reiseführern. Nach einem Jahr des täglichen Wahnsinns weiss ich mit Bestimmtheit: Es brodelt in

#135 „Welcome to the Jungle“

Ich fühle mich gerade wie ich mit dem Auto durch die Masoala-Halle fahren würde. Ein absolut geniales Gefühl, zumal ich weiss, dass ich das nicht wirklich tue. Süßlich, feuchte Tropenluft umgibt mich. Sie ist getränkt mit dem betörenden Duft von Blüten und der leichten Fäulnis von Brackwasser. Sie wirkt auf mich wie eine olfaktorische Wundertüte

#134 Altiplano

Es ist schwierig sich nach einer fantastischen Reise immer wieder von Neuem zu steigern, doch Bolivien ist vom ersten Augenblick ein Höhepunkt. Das Altiplano* mit seinen surrealen Landschaften, bizarren geologischen Formationen und malerischen Dörfern haut mich vom ersten Moment aus den Socken. Das Reisen ist nirgends in Südamerika so intensiv wie hier. Es ist aber

#133 Göttliche Fügung!

Endlich bin ich wieder „on the Road“. Nach zwei Monaten Pause in Buenos Aires wohne ich wieder in meinen „eigenen vier Wänden“. Als ich in meinen VW steige habe ich ein warmes Bauchgefühl* und feuchte Hände. Der städtische Verkehr löst sich schnell auf. Bald bin ich in der Pampa, die mit zwei Worten einfach umschrieben

#132 Die Quintessenz des Reisens

Es ist wichtiger wie man reist als wo man reist! Reisen besteht grundsätzlich aus zwei Komponenten. Einerseits aus dem Kennenlernen neuer Kulturen und Länder. Anderseits aus dem Vermissen seiner Heimat*. Ich kann das gleiche Land per Rucksack, Auto, Motorrad oder Rad bereisen. Meine Erfahrung wird jedes Mal völlig anders sein. Deshalb ist es wichtig sich

#131 Don’t cry for me Argentina!

„Fährt er noch oder parkt er schon,“ frage ich mich gerade, während ich durch den Verkehr in Buenos Aires rolle. Die Argentinier sind so entspannt, dass man den Unterschied manchmal kaum sieht. Kein Hupen, kein Fluchen, kein Gestikulieren. Egal was passiert, hier ist alles: „Tranquillo.“ Hier ist keiner gestresst, alle sind tief am durchatmen. Vielleicht

#130 Tierra del Fuego

Ich stehe an der Magellanstraße und warte auf die Fähre. Der Himmel ist dunkelrot bis purpurn. Der Himmel scheint zu brennen. Seit Monaten ist der Sonnenuntergang ein Spektakel. Die Sonneneinstrahlung ist dermaßen flach, dass die Sonnenaufgänge eine gefühlte Ewigkeit dauern und die ganze Farbpalette an Rot durchlaufen. Die Dämmerung dauert hier Stunden. Einmal mehr werde

#129 Carretera Austral

Atemberaubend, fantastisch, unvorstellbar. Gleichzeitig unbeschreiblich. Es ist müßig über die Carretera Austral zu schreiben, man muss sie erlebt haben! Die Carrtera Austral, das sind 1’350 km wilde, unbändige und – bis auf die Strasse selbst – unerschlossene Natur. Nach jeder Kurve überrascht mich die Landschaft von Neuem. Unendliche Flusstäler, mäandernde Flüsse, spiegelglatte Seen und schroffe

#128 „Chile a los Chilenos“

„Chile a los Chilenos!“ schreit Einer hinter mir. Die Fischer Chiloé‘s haben soeben die Strasse mit brennenden Pneus blockiert und verweigern mir die Durchfahrt. Sie kämpfen für eine Entschädigung nach dem staatlich verhängten Fischfangstopp. Trotz der kämpferischen Parolen sind die Streikenden friedlich bis auf den einen Nationalisten. Einen Idioten gibt es eben überall, der den

#125 Am Nabel der Welt

Ich bin am Nabel der Welt oder um es in den Worten der Inkas auszudrücken in „Qosqo“, dem heutigen Cusco. Besser könnte man diese fantastische Stadt nicht umschreiben. Cusco war der Mittelpunkt des viergeteilten Inkareiches, das von Ecuador bis Chile reichte. Auch heute noch versprüht die Stadt einen unheimlichen Scharm – was leider auch den

#124 Göttliche Schokolade

So, der Onkel Ivo erklärt Euch heute wie man seine eigene, hausgemachte Schokolade herstellt*. Egal, ob ihr Reisen, VW Busse oder mich mögt, legt bitte mal Alles zur Seite, denn Ihr seit Schweizer und liebt Schokolade! Wir sind Weltmeister. Ja, sogar unbestrittene Weltmeister! So was können wir Schweizer nur in ganz wenigen Disziplinen von uns

#126 Hilfe, mein Blut kocht!

Ich stehe am Eingang des Nationalparks des Chimborazos auf 4‘300 MüM. Soeben bin von Meereshöhe in wenigen Stunden hierhin zum Übernachten gefahren. Mein Körper fühlt sich an als würde das Blut in meinen Adern kochen. Alles brodelt in mir als wäre ich persönlich der Vulkan auf dem ich eigentlich nur stehen wollte. Mein Kopf schmerzt,

#123 Höllenritt

Ohne Zweifel: Das war ein wahrer Höllenritt! Einen anderen Namen hat die „Strasse“ zwischen Leymebamba und Celentin nicht verdient. Luftdistanz zwischen beiden Ortschaften ist 45km, die Strasse ist aber satte 144km lang ohne dass sie einen nennenswerten Umweg nimmt. Schon was aufgefallen? „Google Maps“ weisst eine Fahrzeit von 2h aus. Natürlich verlasse ich mich nicht

#122 Wolkenmenschen

Ich gestehe: Ich bin süchtig nach Dokumentationsfilmen! Ohne meine wöchentliche Dosis an Dokus beginne ich am ganzen Körper zu zittern. Gestern noch habe ich mir die Dokumentationen zu den „Wolkenmenschen“ angeschaut*, den Cachapoyas wie sie von den Inkas genannt wurden. Heute stehe ich am Ort der Handlung, in der Provinz Cachapoyas in Peru: Mittendrin statt

#121 Achtung Lebenskünstler!

Nachdem ich mich entschieden habe meine Stelle zu künden, interessierten sich einige zuerst dafür was ich nach meiner Rückkehr arbeiten werde, noch bevor sie meinen Reiseplan überhaupt kannten. Wahrscheinlich eine urtypische Reaktion in einem Land das in der ständigen Sorge um das Morgen lebt. Jetzt wo ich unterwegs bin, treffe ich auf viele Reisenden mit

#120 Der „Phantombeamte“

Er: „Belgien?“ Ich: “ Nein, Schweiz!“ Er: „Tunesien?“ Ich: „Nein, Schweiz!!“ Er: „Russland?“ Ich: „Nein, Schweiz !!!!!“ Er, der grauhaarige peruanische Zollbeamte klebt mit seiner Nasenspitze vor einem Kombinationsfeld in der er die Länder der Welt auswählen kann. Wenn er sich nur merken könnte woher ich stamme. Er ist fast blind, trägt aber keine Brille.

#119 Cuenca – Insel des Anstandes

Lasst uns Lorbeeren verteilen! Heute möchte ich der Bevölkerung der Anden für ihren vorbildlichen Anstand- und Fleiss danken. Wenn ich hier eine so fabelhafte Zeit verbringe, so ist es einzig und ausschließlich wegen ihnen. Nun wurde die andine Bevölkerung nicht gerade von der Geschichte verwöhnt: Zuerst wurden sie von den Spaniern unterdrückt, jetzt muss sie korrupte Funktionäre und eine

#118 „Google Maps“ ist ungesund

Ich sitze schweissüberströmt hinter dem Steuer meines VWs. Es ist mittlerweile stockdunkel, ich kann den Weg kaum noch sehen. Die Strasse ist während der letzten zwei Stunden von einer mürben Asphaltstrasse, zu einer provisorischen Staubpiste, über einen löchrigen Nebenweg in einen ausgewachsenen 4×4 Jungelweg übergegangen. Die Fahrrinnen sind so tief, das mir mein Wageninhalt kreuz

#117 Allee der Vulkane

Erhaben, majestätisch, zeitlos! So stehen 22 der 73 Vulkane Ecuadors in der „Alle der Vulkane“* wie am Schnürchen aufgezogen. Wer schon immer davon geträumt hat auf Feuer speiende Vulkane zu steigen, Drachen zu besiegen und Prinzessinnen zu befreien, der ist hier genau richtig! Mich erinnert die Landschaft an mein Lieblings Kinderbuch „Jim Knopf und der

#116 Am Äquator

Es ist ganz einfach: Ich muss nur von „Panama“ über „Haiti“ nach „Nicaragua“ gehen und bei „La Habana“ rechts abbiegen wobei ich eigentlich via „Nueva York“ abkürzen könnte. Ich bin in Quito wo die Strassen Länder- und Stadtnamen haben und versuche mir wieder einmal den Weg von „zu Hause“ zum Restaurant und zurück zu merken.

#115 Die Mitte der Welt

Knapp daneben, ist eben doch daneben! 1979 baute Ecuador das Monument „Mitad del Mundo“, das auf den Äquatorberechnung einer französischen Mission von 1744 beruhte. Das Gelände umfasst einen 30 Meter hohen Monolithen und ein ganzes Dorf mit Planetarium, Museen Touristenshops und Restaurants. Vielleicht hätte man doch die französischen Berechnungen nochmals überprüfen sollen bevor man mit

#114 Die Polizei, Dein Freund und Helfer!

Bis gestern war mir unklar, weshalb kolumbianische Autofahrer mir am helllichten Tag „lichthupen“. Während ich darüber nachdenke, überhole ich in einem waghalsigen Manöver einen Truck über die durchgezogene Doppellinie. Sekunden später weiss ich weshalb Kolumbianer „lichthupen“. Hinter mir fuhr die Polizei, die mich nun mit Blaulicht an die Seite winkt. Nach kurzem „Small Talk“ werden

#112 Ode an die Freude

Heute hatte ich die Wahl zwischen einem klassischen Konzert und einem Salsa Konzert, um genau zu sein zwischen Beethovens 9. Simphonie und dem „Grand Combo de Puerto Rico“. Natürlich habe ich mich für die 9. Simphonie von Beethoven entschieden! Salsa Konzerte habe ich wie Sand am Meer gehört. In einem klassischen Konzert war ich noch

#111 Fort Knox

Mea culpa: Statt mein VW Bus Interieur farblich abzustimmen, hätte ich mich besser mit den Gepflogenheiten meiner Zielländer befassen sollen. Interessant auch, dass meine Vorliebe für „Hello Kitty“ Portemonnaies von meiner ersten Südamerikareise stammt. Damals wurde ich so oft ausgeraubt, dass es mit der Zeit zu teuer war „richtige“ Portemonnaies zu kaufen. Deshalb kam uns

#110 Ewiger Frühling

Fabelhaft, einfach fabelhaft. Ich bin in Medellín. Eine tolle Stadt. Das Klima ist perfekt. Hier herrscht ewiger Frühling: Weder zu heiss, noch zu kalt, tags- wie nachts ideales T-Shirt Wetter. Die Bewohner – die Paises – sind sehr freundlich. Öfters werde ich auf eine direkte Frage zuerst einmal förmlich begrüsst, dann wird ein wenig geschwatzt

#109 Viva Columbia!

„Mami“ hat immer recht. Eine Weisheit die scheinbar zeitlos gilt. Meine Mutter prophezeite mir, dass ich zu weit plane in Anbetracht, dass mir bereits in Kolumbien alles geklaut wird. Sie hatte recht. Bevor meine Reise richtig beginnt, werde ich tatsächlich zweimal ausgeraubt. Doch alles der Reihe nach. Im Hafen von Cartagena Bereits bei der Ankunft

#108 Speedy Gonzales

Nach meiner Erfahrung in Kuba bin ich für die Auslösung meines VW Busses aus dem Hafen von Cartagena bestens vorbereitet: Nebst Originaldokumenten und viel Geld zum „schmieren“ packe ich genügend Bücher, Lebensmittel und Wasser für unendliche Wartezeiten ein. Wiedermal kommt alles anders.  Bereits im Büro meines Spediteurs*, merke ich dass Sonia, meine Agentin, vor Energie

#107 Rundungen

Die Geschichte ist schnell erzählt: Wer einen Ort sucht, an dem es mehr regnet als in England und der kälter als die Schweiz ist, der wird sich in Bogota pudelwohl fühlen. Nun ich bin kein Pudel. Bogota scheint einer der wenigen Orte an dem „die Tür“ und „das Fenster“ als Hausbestandteil noch nicht erfunden wurde.

#106 Grosses Finale

Ich bin bereit für meinen Abschiedsabend im Salsaclub 1830. Das 1830 ist nicht gerade der Insiderclub Havannas, doch hier habe ich getanzt und geschwitzt was das Zeug hält und mir zumindest den Respekt der Habaneros erarbeitet. So sitze ich mit Vorfreude in meinem Penthouse und weiss nicht, das Fidel – der Schlingel – andere Pläne

#105 Kubanische Mathematik

12 x 2 +1 = 1 Dieses überaschende Ergebnis ist in Kuba seit der Einführung des dualen Währungssystem Alltag. Ursprünglich wurde das System zur Kaufkraftsteigerung der Bevölkerung eingeführt. 25 Pesos Moneda National sind 1 CUC oder 1 USD wert. Während Grundnahrungsmittel mit Pesos verkauft werden, müssen Luxusgüter* in CUC bezahlt werden. Heute hingegen können auch

#104 Mein erster Arbeitstag

An meinem ersten „Arbeitstag“ in Kuba habe ich grosses vor. Auf meiner Pendenzenliste stehen fünf Aufgaben, die Aufgrund des enormen Umfangs kaum in einem Monat zu bewältigen sind : Erwerb kubanischer SIM Karte Kauf einer Batterie Zahlen meiner Stromrechnung Download einer Radioempfänger App Leck am Wassertank meines Nachbars flicken, der aber auf meinem Dach steht.*

#103 Freie Parkplätze

Ein Leben lang hatte ich den Eindruck, dass es für alle Fahrzeuge dieser Welt nicht mehr als ein Dutzend freie Parkplätze geben kann, doch heute stehe ich im Paradies: Ein komplett leerer Parkplatz mit mindestens 1’000 freien Parkplätzen. Es ist 1:30 morgens. Soeben bin ich mit meinem VW Bus von Hamburg im Frachthafen von Bremerhaven

#102 Umzugsanzeige

Ich bin umgezogen. Seit heute lebe ich in einem VW Bus mit ständig wechselnder Adresse.  Nach sechs monatigem Umbau ist aus einem LKW eine veritable 4-Quadratmeter Wohnung geworden. Mein Vater hat mir nebst viel Stauraum einen Kocher, einen Kanister zum Duschen, eine Kühlbox, Lavabo und Bett eingebaut. Natürlich ist alles farblich abgestimmt. Die Bettwäsche, Hand-

Kuba #100, Gesellschaft

Seit ich Bekanntschaften hauptsächlich tagsüber schliesse und mich in der Salsaszene französisch durch den Notausgang verabschiede, hat sich mein Umfeld drastisch verändert. Plötzlich müssen meine Bekanntschaften früh morgens arbeiten gehen, verwenden Worte wie «Danke» oder «Bitte». Niemand beklagt sich über den kargen Monatslohn. Neulich stellte sich an einem Konzert eine Schönheit als Schauspielerin vor. Natürlich

Kuba #99, Centro Habana

Fidel will mich nicht mehr. Genau zwei Monate hat er es mit mir ausgehalten. Dabei habe ich mich sooo vorbildlich verhalten. Jetzt muss ich das Land für 24h Stunden verlassen, obwohl die Rechtslage eher willkürlich als klar ist.* Ich trage es mit Fassung und fahre zum Flugplatz. 30 Minuten nach dem geplanten Abflug haben die

Kuba #97, Planwirtschaft

Kuba ist das einzige Land der Welt in dem es einfacher ist Geld zu verdienen als es auszugeben! Das liegt nicht daran, dass man hier so viel verdient. Vielmehr ist es fast unmöglich etwas zu kaufen. Mindestens diesbezüglich ist Fidel die Gleichstellung gelungen: Mit oder ohne Geld, hier hat jeder nichts. Der staatliche Monatslohn liegt

Kuba #96, Redensarten

«No hay», was so viel heisst wie: «Das gibt es nicht.» Wer nicht spanisch spricht, könnte meinen es handelt sich um eine Grussformel, so alltäglich ist dieser Satz in den Läden Kubas. So eindeutig die Aussage sprachlich sein mag, so mehrdeutig ist sie inhaltlich. Sie kann nämlich folgendes bedeuten: «Gab es nicht, gibt es nicht

Kuba #95, Kulturhauptstadt der Welt

«Woooh», denke ich als ich das erste Mal in der FAC – «Fabrica de Arte Cubana» – eintrete. Wenn die Zukunft nach Fidel so aussieht, dann wird Havanna jede Grossstadt der Welt in den Schatten stellen. Kulturell jedenfalls. Das Potential an zerfallenen Fabrikhallen, die in lounge-artige Kulturräume umfunktioniert werden können, ist riesig. Das Angebot an

Kuba #94, «Bienvenido en Cuba»

Unerklärliches, einzigartiges, unverbesserliches Kuba. Wie jedes Mal, wenn ich in La Habana ankomme, habe ich mich mental vorbereitet, dass hier alles anders ist, dass ich den Schweizer am Zoll stehen lasse und nicht versuche zu verstehen, sondern einfach akzeptiere. Und trotzdem erwischt mich Kuba jedes Mal auf dem falschen Fuss! Wie immer befreie ich als

Amerika #92, Kapitän Schiffbruch

Mein Ziel war nicht zu fliegen, am Schluss habe ich dann doch den Flieger von Nassau nach Havanna genommen. Ich bin enttäuscht. Wenigstens habe ich es versucht wie folgende wirre Geschichte beweist. Auf meine Couchsurfing Anfrage meldete sich ein Valentin, gemäss seiner Internetseite rumänischer Staatsbürger, Ökonom, Steuerberater und Quacksalber in jeder Lebenslage. Ich nenne ihn

Amerika #91, Goodbye Big Apple!

New York ist und bleibt meine Lieblingsstadt, es wird aber Zeit in wärmere Gefilde aufzubrechen. Es scheint als wäre die Evolution komplett an mir vorbeigegangen. Seit über 10´000 Jahren werden meine Schweizer Gene nun auf die unbarmherzige Kälte vorbereitet. Trotzdem kann ich sie einfach nicht ausstehen. So verlasse ich New York mit einem weinenden und

Amerika #89, Alternativen

Ich bin am Ende meines Lateins. Das liegt nicht daran, dass ich nie Latein in der Schule hatte. Nein, ich habe in edelster Umgebung – in der altehrwürdigen Bibliothek von Manhattan – einen ganzen Tag den weiteren Verlauf meiner Reise geplant. Das Geheimnis: «Wie komme ich auf dem Seeweg nach Kuba» war nicht zu lösen.

Amerika #88, Das Tor zur Welt

«Das Tor zur Welt! », so sollte sich das Metropolitan Museum nennen. Wieso um die ganze Welt reisen, wenn die kulturhistorische Errungenschaft der Menschheit so monumental an einem zentralen Ort zu bestaunen ist? Bereits nach der ägyptischen Abteilung zu Beginn des Museums war ich fix und fertig. Als Liebhaber ägyptischer Geschichte verbrachte ich gut und

Amerika #87, Wallstreet

Hehe, darf ich vorstelle: Die Wallstreet, der Sponsor meiner Reise! Nicht nur habe ich mein Ersparnisse als Börsenhändler verdient, dank der Wallstreet habe ich in den letzten sechs Monaten keinen Rappen für meine Reise bezahlt – jedenfalls rein rechnerisch. Ein schöner Gedanken, nicht? Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, morgen sieht alles anderes aus. Jeder

Amerika #86, Nachtleben

Das Nachleben New York ist ein Dschungel. Ein Dschungel in den ich mich gerne verirre! Was mein Leben lang zu wenig war, ist jetzt plötzlich zu viel. Jeden Abend läuft alles von allem. Um mich nicht völlig zu verlieren habe ich mich für den klassischen Dreisatz entschieden: Eine Nacht Salsa, eine Nacht ein Konzert und

Amerika #85, «Fast food»

«Fastfood» ist wunderbar – solange man dabei nicht über den Tellerrand schaut! Es ist Mitternacht. Ich sitze im Popeyes und esse die «Combobox Crispy Fried Chicken» für 3.99$. Fantastisch, davon könnte ich unendlich essen. Wieso nur muss ich wissen wie ungesund das ist? Wieso sehe ich erst jetzt die Kalorienzahl neben dem Menü angeschrieben –

Atlantik #83, Frachtschiffreisen

«Unbezahlbar! Oder hatten wir das schon mal?» Nach 12 Tagen auf dem Schüttelbecher hat offenbar auch mein Hirn etwas gelitten. Entschuldigung! Am nächsten Tag nach dem «Perfekten Sturm» kreuzt sich die Mannschaft an Bord wie nach einer durchzechten Nacht. Jeder fragt nach dem Wohlbefinden des Anderen. Am Nachmittag zeigt sich sogar die Sonne, wie launisch

Atlantik #82, Der perfekte Sturm

Fast wie «The Perfect Storm» – nur George Cloney hat gefehlt! Pünktlich zu meinem Abschied orchestriert der Atlantik einen Sturm, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Es ist Samstagabend. Während im Unterhaltungsraum ein Kriegsfilm aus Hollywood läuft, braut sich draussen ein explosiver Wettercocktail zusammen mit Sturmwinden von 160km/h und Seegang von 8+ Meter.

Atlantik #80, Mein «Fotoferrrari»

Zugegeben. Ein bisschen frustriert war ich schon, nachdem ich seit zwei Tagen den «Fotografieren mit Spiegelreflex Kamera» geschaut habe: Meine hochklassige Digitalkamera gehört jetzt einem Afrikaner (siehe Afrika #67) und eine Spiegelreflexkamera habe ich keine. So setzte ich mich mit der Kamera meiner Eltern – danke nochmals fürs Ausleihen – an Deck im Wissen, dass

Atlantik #79, Rettung der Titanic

Nach einer Woche Seekrankheit mit der dazugehörigen permanenten Benommenheit, vermute ich zu wissen, wie sich ein Alkoholiker fühlen muss. Nein, nichts was man sich wirklich antun möchte. Auch mit meinen beiden Freunden «Malt Scotch Cardhu 12» Jahre und dem «Grand Reserva Ruhm Flor de Caña» konnte ich mich nie richtig anfreunden. Beide werde ich wohl

Atlantik #77, Der Bücherwurm

Ein weiterer Tag des Buches: Sonne und noch soviele Plätze des Frachters an denen ich noch nicht gesessen bin und gelesen habe. Mein Leben lang habe ich Bücher gekauft und ungelesen ins Bücherregal gestellt. Obwohl ich seit Jahren – ausser Hörbüchern – kein einziges Buch fertig gelesen habe. Jetzt ist die Zeit gekommen um mit

Atlantik #76, Unbezahlbar

«Unbezahlbar», suggeriert uns eine Werbung. Was ich hier auf dem Frachter erleben darf ist wirklich «unbezahlbar». Wie viele Millionäre mögen eine langweilige Yacht ihr Eigen nennen mit der sie frustriert vor der Côte d´Azurs rumtuckern? Ich hingegen stehe hier alleine auf der Brücke «meines» 231 Meter langen Frachters, lasse den Wind durch mein nicht existierendes

Atlantik #75, Die Anderen

Was für eine Ruhe! Heute Morgen stehe ich um 6:30 auf. Wie friedlich ist doch die Dämmerung und der Sonnenaufgang auf offener See. Wer interessiert sich schon für den Seegang, wenn durch die Wolken alle Farben an rötlichem Orange den Himmel erleuchten. Nein, Seegang ist langweilig, den ignoriere ich heute einfach – was vielleicht auch

Atlantik #74, Motorenraum

Typisch – der Sturm macht 5 Minuten Pause und ich habe schon eine grosse Klappe. Nach einem fetten Teller Spaghetti und ein paar Biers in der Offiziersmesse, schaltet der Sturm nach Mitternacht unvermittelt zwei Gänge höher. Einzelne Brecher erschüttern nun das ganze Schiff schwer. Einmal falle ich fast zum Bett raus. Zum ersten Mal beginnt

Atlantik #73, Zeitverschiebung

Lustig, die Wellen haben vier Meter erreicht und… mir geht es prächtig! Keine Medikamente, keine Hilfsmittel, einfach so. Heute habe ich bereits die ersten Versuche mit freihändigem Duschen unternommen, obwohl der Seegang so stark war, dass ich noch auf der Brücke kaum die Ausgangstür getroffen habe. Mir soll es recht sein. Jetzt ist scheinbar auch

Atlantik #72, Nur das Vorspiel

Ziel erreicht: Jetzt ist mir speiübel! Ich wollte immer einen Sturm erleben, jetzt kriege ich zumindest den Ausläufer des Sturmes mit, der 3´000 km von hier in der Biskaya tobt. Die Wellen erreichen mittlerweile drei Meter und sollen am Nachmittag auf vier Meter anwachsen. Brrrreite, langgezogene Wellenberge klatschen ohne Unterbruch auf die HS Bruckner. Der

Atlantik #71, Gigantisch

Gigantisch! Definitiv die beste Entscheidung meiner bisherigen Reise. Schon jetzt kann ich Euch eine Frachtschiffreise nur ans Herz legen. Nachdem ich gestern Nachmittag beim Tischtennis den Kapitän in einem epischen Best-of-9 Spiel niedergerungen haben, darf ich Euch nun auch während der Überfahrt live berichten: Er hat mir als Belohnung ein E-Mail zur Verfügung gestellt und

Atlantik #70, Zu Gast bei Freunden

So ein Frachtschiff ist schon eine tolle Sache. Wieso wollte ich als kleiner Knopf immer Lokomotivführer und nie Schiffkapitän werden?! Im Hafen war es allerdings nicht einfach die Ms Bruckner zu finden, nicht weil das Frachtschiff klein ist, sondern der Hafen so gross. Die Reiseagentur schickt mich prompt zuerst in die falsche Ecke des Hafens.

Atlantik #69, HS Bruckner

Jetzt wird es lustig. In wenigen Stunden schiffe ich in die HS Bruckner ein. Mein neues zu Hause ist 231m lang, 40´000 Tonnen schwer, hat Platz für 3´500 Container und besitzt zwei Gastkabinen wovon eine wohl für die Liebesspiele des Kapitäns reserviert ist. In 12 Tagen – also am 17. Februar – sollte ich in

Atlantik #68, Schiff ahoi!

Senegal war fein, aber jetzt ist es Zeit zu gehen. Das hat nichts mit dem Diebstahl zu tun. Im Gegenteil, das Beste an Afrikas sind die lebensfrohen Menschen: Wenn man sich einmal durch die lästigen Händler gekämpft hat, so trifft man bezaubernde kleine Kinder, aufgestellte Jugendlichen und spannende Alte. Unglaublich wie chaotisch die Menschen ein

Afrika #67, Buschtaxis

Wie befreiend doch ein Diebstahl sein kann. Wenn einmal alles weg ist, gibt es nichts zu verlieren. Ich deponiere meinen Pass, beziehe das wenige Geld, das jetzt für zwei Wochen reichen muss und verstecke ein paar CHF in einer stinkenden Socke als Notnagel. Ab geht es in den alltäglichen Wahnsinn Afrikas! Ein Jammer nur, dass

Afrika #66, Sergio Leone

Upps, das war die falsche Bekanntschaft zum falschen Zeitpunkt. Natürlich freute ich mich am Anfang als der Italiener als einziger Gast in den Schlafraum kam. Italiener bringen schliesslich viel Freude und Emotionen mit sich! Er brachte aber nur ungebetene Gäste und eine Menge Ärger. Doch alles der Reihe nach. Gestern ging ich früh schlafen. Für

Afrika #65, Lonely Planet?

Die fetten Jahre sind vorbei. Nach den Luxusferien mit «Habibi» heisst es nun den Gürtel wieder enger schnallen. So tausche ich meinen Koffer gegen den Rucksack und das Taxi gegen den Fussmarsch mit den Flipflops. Während meine Füsse und die Flipflop alte Bekannte sind (siehe Blog# 4), tun sich die Taxifahrer eher schwer mit meinem

Afrika #64, Schlecht verteidigt!

Es ist 2:00 morgens und ich bin soeben am internationalen Flughafen in Dakar eingetroffen. Was für ein Kontrast zur letzten Ankunft (siehe Blog #56): Das Visum in Senegal habe ich per Internet beantragt und bezahlt, am Flugplatz in Dakar werden nur noch meine Fingerabrücke abgeglichen und ich erhalte eine hochmodernen Eintrag mit Foto in meinen

Afrika #63, Fest der Sinne

Marokko ist ein tolles Land: Ein Fest der Sinne, das schwerlich zu übertreffen ist. So viele exotische Gerüche, bunte Farben und fremde Töne, dass man abends schwindelig schlafen geht. Die Menschen sind – ausserhalb der grossen Touristenzentren – extrem liebenswürdig und warmherzig. Gerade die verschlafene Küstenstadt Essaouira ist im Winter jederzeit eine Reise wert (Basel

Afrika #62, Hosenscheisser

Uuuups, wie konnte das nur geschehen. Ich meine wie konnte ich nur in diese Situation kommen! Nach zwei Wochen «Small Wave Contest» mit der kleinsten gerittenen Welle von 10 cm – rollt gerade ein 3 Meter Monster auf mich zu. Mehr aber als die Grösse sorgt mich die Masse: Der Wellenberg ist 20 Meter dick,

Afrika #61, Das dritte Geschlecht

Lustig. In Marokko gibt es drei Geschlechter: Männer, Frauen und … – Plastiksäcke! Frauen gibt es hier – bis auf Habibi – aber keine. Mit Plastiksäcken meine ich dagegen die Frauen in traditionelle Ganzkörperkleidung, die mich doch eher an die heimischen Müllsäcke als an die Haute-Couture in Paris erinnern. Dazu trägt die die Frau –

Afrika #60, Perfekt!

Herrlich, täglich surfen bis zum Sonnenuntergang. Der Himmel scheint hier förmlich zu brennen. Ist die Zeit schon stehen geblieben? Da kann uns auch die Flutung unseres Apartments nicht aus der Ruhe bringen, das komplett unter Wasser steht als wir nach Hause kommen. Zum Glück wohnt Habibi nicht nur mit mir, sondern besetzt regelmässig das ganze

Afrika #59, Polizeischutz

Man lernt im Leben nie aus! Diesmal war es ein so profanes Objekt wie der Autoschlüssel, der uns schlauer gemacht hat. Kurz: Autoschlüssel sollten nicht surfen. Gegen dieses heilige Gebot hat Habibi heute verstossen, denn sie hat den elektronischen Autoschlüssel im Neopren mit ins Wasser genommen. Als der elektronische Türöffner nicht mehr funktionierte waren wir

Afrika #58, Hattrick

Marokko ist ein Fest für die Sinne. Exotische Früchte, fremde Gerüchte und tolle Dekorationen & Möbel. Die Menschen sind überaus freundlich: Jeder – egal wie arm – lädt uns zu einem Tee und einem Schwatz in seinem Haus oder Hütte ein. Naja, vielleicht sind die Männer etwas zu freundlich, denn jeder – wirklich jeder vom

Afrika #57, «Be inspired»

Schwierig einen Blog zu schreiben, wenn alles so perfekt ist. Jeden Tag Sonnenschein, Spass in den Wellen, abends viel Hunger und herrliches Essen. Einzig die Wellen dürften etwas grösser sein. Solange sie aber grösser sind als diejenigen auf dem Zürisee sind, ist jeder Tag ein Geschenk. Bei weitem am besten sind aber die inspirierenden Gespräche

Afrika #56, «Negativsurfer» mit Sportverletzung

Rechts angetäuscht, links durchgezogen und herrlich rein geköpft. «Tooooorrr», hätten alle geschrien, hätte es sich um einen Fussball gehandelt. Leider war es ein Surfbrett. Schlimmer noch, es war ein «Hardboard». Das Resultat demzufolge nicht 1:0, sondern eine lange Schramme an meiner Schläfe und ein tiefer Schnitt hinter meinem Ohr. Das nach fünf Minuten surfen und

Afrika #55, Willkommen in Marokko

«Hapihulllahallullulihapibitulot» tönt aus dem Lautsprecher. Ich bin mit meiner Freundin in Casablanca. Toll, überall exotische Gerüchte und ungewohnte Töne. Während das erstere meine absolute Neugier weckt, verstört mich das zweite noch ein wenig. Meine Ohren brauchen wohl noch etwas Zeit bis sie eine innige Freundschaft mit arabischer Musik schliessen werden. «Haklipthamhimopliha» – arabische Musik ist

Jakobsweg #54, Ein Königreich für eine Jeans

Ich habe einen trockenen Mund, die Finger sind feucht und das Herz pocht schneller. Nein, kein knackiger spanischer Hintern ist der Grund. Schlimmer, ich stehe in Madrid in der berühmten Calle Funcaral im Laden meines Lieblingskleider Ladens G-Star. Bin ich nicht eine «Tussi» und ein Marken Junkee? Morgen Abend schon bin ich in Marokko und

Jakobsweg #53, Fazit & Tipps

Wie Ihr gemerkt habt ist der Jakobsweg nicht immer nur knackig, sondern oft unbequem und manchmal ein richtiger «Stinksocken». Die spannenden Bekanntschaften und das atemberaubende Panorama des Küstenweges sind jeden Fall die Strapazen wert. Im Nachhinein würde ich NUR noch den Küstenweg – ab St. Jean Pied de Port über die Pyrenäen – wandern und

Jakobsweg #50, «Tropa de Elite»

Sobrado dos Monxes, 25km, 6 1/2h und Azua 23km, 6h Grösser hätte der Schock nicht sein können – der Kulturschock meine ich! Heute traf der kleine, unbekannte Küstenweg auf den weltberühmten «Camina Frances», die «Pilgerautobahn» Spaniens. Das ist das Aufeinandertreffen zweier Wanderkulturen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Küstenweg ist spärlich frequentiert, hat wenig spartanisch

Jakobsweg #47, Respekt im Regen

Islares, 28km, 7h / Santoño 24km, 6h / Santander 7h, 2.5h Waagrecht – schlicht und einfach waagrecht! Seit 1 1/2 Tagen regnet es jetzt ohne Unterbruch und der Regen klatscht mir waagrecht ins Gesicht. Manchmal bin ich nicht sicher, ob der Regen nicht sogar von unten kommt. Wenn die Sturmböen über die kilometerlangen Strände fegen,

Jakobsweg #46, Piggeldy und Frederick

Wer war das!? Wer hat mich «verpfiffen»? Wer von Euch schickt meine Blogs den beiden «komischen» Schweizern (siehe Blog 42 & 44), sodass die genau wissen wann ich wo bin? Sie mit Rastazöpfen als gäbe es seit einem Jahrtausend kein Haarshampoo mehr, er mit autistischem Blick als wäre er in der Zukunft und Vergangenheit gleichzeitig.

Jakobsweg #45, Städtebauliche Meisterleistung

Die Geschichte vom hässlichen Entlein ist wahr! Es ist wirklich ein Wunder – und ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Bilbao ist das spektakuläre Vorzeigebeispiel für den Wandel einer siechenden Industriemolochs zur vitalen Kulturstadt. Nach dem industriellen Niedergang entschied sich Bilbao Ende der 90er Jahre von einer schmutzigen grauen Industriestadt zum Lichtblick Nordspaniens zu

Jakobsweg #44, Vorsicht, Lebensmüder Argentinier

«Regen macht schön!» Lustig, dass es dieses Sprichwort weder in Französisch noch in Spanisch gibt. Wäre es denkbar, dass diese Weisheit gar nie wissenschaftlich erwiesen wurde und ich mein Leben lang vergeblich im Regen gestanden bin !?!?? Wurde das Sprichwort etwa von unseren Eltern nur erfunden, weil es in der Schweiz ständig «schifft»? Als dann

Jakobsweg #43, Surfgötter

«Nicht lustig!» Nein, ich sage es Euch nochmals, «Es ist wirklich nicht lustig mit seinen verstinkten Wanderkleidern an einem Surferstrand anzukommen!» Die Mädels sitzen neben den braungebrannten, blonden Surfgöttern mit nacktem, breitem Oberkörper und Du läufst mit Deinen verstinkten Wanderkleider und dem verdreckten Rucksack ein. Einfach saublöd so etwas! Wirklich komplett unsexy – slimline Kleider

Blog #43, Zarautz, 22km, 6h.

======> En español para Fabio, empieza leer mas abajo Leider muss ich den heutigen Blog auf spanisch schreiben. Ich habe einen alten argentinischen Studienfreund. Genau gesagt ist es ein sehr kleiner argentinischen Studienfreund. Das wäre an sich kein Problem, aber er hat eben eine riesige Klappe. Wie das so bei kleffenden Hunden ist, musste ich

Jakobsweg #42, Was ist schon «normal»?!

Hasta pronto San Sebastian, Du wirst mir fehlen, aber ich komme bestimmt wieder. Mehr als der Abschied beschäftigen mich aber heute Morgen die komischen Neuzugänge an Pilgern. Es sind nicht etwa Ü60. Vor denen habe ich grossen Respekt und neige mein Haupt. Sorgen macht mir das verwirrte U30 Paar. Heute beim Frühstück sassen sie alleine

Jakobsweg #41, Der «Kobe» Pilgerer

Wir sind eben tolles Team – San Sebastian und ich. Deshalb habe ich hier doch glatt zwei Tage verlängert. Ja, so locker war ich nicht immer drauf, aber seit ich nicht mehr täglich Pilger um mich habe, fühle ich mich einiges beschwingter. Ähhh, ach ja – den Salsaabend gestern habe ich in den Sand gesetzt.

Jakobsweg #40, Ein fantastischer Fleck Erde

Das erste Fähnlein ist gesteckt – zweifelsohne! Damit meine ich das erste Auswanderungsfähnlein auf der Landkarte. San Sebastian ist ein fantastischer Fleck Erde. Eine schlaue Persönlichkeit meinte einmal, dass die perfekte Stadt Wasser und Berge brauche. In San Sebastian sind beide auf ideale Weise vereint: Zwei lange Sandstrände am welligen Atlantik und dazu schroffe Küstenbergketten

Jakobsweg #39, Wanderung der Superlative!

Haleluja -Haleluja -Haleluja! Was für ein Tag! Zuerst Irun: Eine Stadt mit > 60k Einwohner, das sind mehr als alle Einwohner der Dörfer, die ich in den letzten 40 Tagen gesehen habe! Endlich Menschen statt Kühe, Highheels statt Wanderschuhe, Musik statt Kuhglocken! Selbst die Ambulanzsirene tönt wie Musik in meinen Ohren. Die Welt hat mich

Jakobsweg #38, Im Regionalzug nach Spanien

St-Jean-Pieds-de-Port! Ich habe es geschafft. Der zweite meiner drei Jakobswege ist heute beendet. Französisches Baskenland Du warst wunderbar mit Deinen massiven Steinhäusern und gepflegten Gärten, der hügeligen Moränenlandschaft mit den steilen Pyrenäen im Hintergrund – richtig malerisch und Du erinnerst mich irgendwie ans Appenzell. Trotzdem, heute kommt an der zweiten «Endstation» keine richtige Euphorie auf,

Jakobsweg #37, Fernsehabend mit fremden TV

Die heutige Etappe führt mich weiter durch die pittoreske Hügellandschaft des Baskenlandes. Auf dem Weg fütterten wir einige Pferde inklusive Fohlen. Wir, das sind meine zwei kanadischen Mitpilgerinnen, die ich «liebevoll» Canada 1 und Canada 2 nenne, weil ich mir die verflixten Namen einfach nicht merken kann/will. Meine Herberge habe ich am Morgen per Telefon

Jakobsweg #36, Kuba im Baskenland

Das Baskenland ist ein fantastisches Land – wenn man das so natürlich keinem Franzosen oder Spanier sagen darf! Aufgrund der spärlichen Übernachtungsmöglichkeiten hatte ich heute die Wahl zwischen 19 km oder 35km. Die Wahl war nach der gestrigen Monsteretappe entschieden bevor die Frage überhaupt gestellt war. So liess ich heute die Seele baumeln und mit

Jakobsweg #35, Google Maps Betaversion

Do-it-yourself: Heute basteln wir unseren eigenen Jakobsweg! Immer schon war mir der fiebrige Verlauf des Jakobsweges in Frankreich ein Dorn im Auge. Den gestrigen Schwenker auf der Karte war aber ohne Pastiskonsum oder Schlafmangel des Wegzeichners beim besten Willen nicht zu erklären, speziell wenn man die Entstehungsgeschichte des Jakobsweg in Frankreich kennt: Der heutige Streckenverlauf

Jakobsweg #34, Lichterlöschen

Guuttteeeeen Aaaabbennnndddddd! Es tut mir leid, aber der gestrige Tag war nicht besonders aufregend, eher langweilig. Aus diesem Grund das Spektakel in Form der Begrüssung gerade am Anfang. Wer jetzt schon fast einschläft, soll doch wenigstens die Meldung des Tages lesen, die hat nichts mit wandern zu tun, aber macht mich stolz. In den letzten

Jakobsweg #33, Kaufrausch

Huhhhgggsch, heute hat es mich so richtig geschüttelt, gerüttelt und gekribbelt vor Freude. Herrlich, feuchte Finger und ein warmes Bauchgefühlt, alles gleichzeitig. Zugegeben, meine lieben Damen, das war wohl ein relativ rudimentärer Versuch, das zu beschreiben was wohl ihr wohl Tag täglich beim Betreten eines Kleider- oder Schuhladen fühlt. Ich hatte es jedenfalls auch, als

Jakobsweg #32, Kleines Wortspiel

Heute hat mir in Condom ein Pariser einen Tampon gegeben! Hmhghd?! Kleines Wortspiel, aber tatsächlich wahr. Die Franzosen sind eben lustig ohne es zu wollen. Hier die Auflösung: Ich bin in einer Stadt, die heisst «Condom». In jeder Pilgerherberge erhalten wir Pilger einen Stempel, der beweist, dass wir in der Herberge waren. Auf Französisch heisst

Jakobsweg #31, Cheminee

Grrrrr, in den letzten Tagen war es – Entschuldigung – «arschkalt». Am Morgen war die Temperatur selten über 4 Grad was das Aufstehen aus dem warmen Schlafsack zu einem eigentlichen Kraftakt machte. Gestern hatte es dann noch bitterkalt gerieselt und am Nachmittag gehagelt. Meine Hände waren ständig klamm und wenn mich auf dem Weg noch

Jakobsweg #30, Im Kuhstall

Gestern habe ich in einem Kuhstall übernachtet – in einem ehemaligen meine ich. Jeder von uns erhielt eine eigene Stallbox und somit etwas Privatsphäre. Der ganze Umbau war in Holz gehalten was viel Atmosphäre ausstrahle. Im Hof gab es überall Hühner und Gänse. Der Höhepunkt war aber das 5 – Gang Dinner inklusive Amuse-bouche das

Jakobsweg #29, Der Grizzley Bär

Die gute Nachricht zuerst: Entwarnung von der Bettwanzenfront – ich hatte heute Morgen keine Bisse (siehe Blog 28). Dafür hatte ich gestern einen Grizzley Bären im Zimmer. Das kam so: Als ich abends nach Hause kam, frohlockte die Dame von der Rezeption, dass ich heute doch nicht alleine im Zimmer schlafen werde. Ein kanadischer Pilger

Jakobsweg #28, Ungebetene Gäste

Mit dem Kauf eines «Peelings», einer Körper- und einer Enthaarungscreme wird mein «Wellness Weekend» eingeläutet. Natürlich nicht mit irgendwelchen Produkten. Klar, der Pilger von Welt verwöhnt sich mit Yves Rocher. Als nächstes wird das Drei-Bett Zimmer im Formel 1 gebucht, das etwas ausserhalb liegt – Ibis Budget gibt es in Cahors nicht. Als ich am

Jakobsweg #27, Mir stinkt´s!

Die letzten beiden Tage war das Ziel das Ziel! Einmal mehr verzichtete ich auf Kirchen und Kreuze entlang des Jakobweges und wählte stattdessen die direkte Verbindung über die Landstrasse. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass jede Faser meiner Ausrüstung und jede Pore meines Körpers… stinkt! Deshalb möchte ich – solange ich das nämlich

Jakobsweg #26, Jenseits der ausgetrampelten Pfade

Heute hatten wir hohen Besuch. Mein «innerer Schweinehund» war zu Gast. Der Plan war früh aufzustehen. Ich wachte auch um 6:45 auf, aber danach muss Einiges schief gelaufen sein. Vielleicht lag es daran, dass ich folgende Fragen alle mit «Ja» beantwortet habe: «Lass uns den Wecker zurückstellen?», «Gehen wir noch einen Kaffee im Zentrum trinken?»,

Jakobsweg #25, Absolut wasserdicht?!

Heute waren wir alle kleine bunte «Plastiksäckli». Es hat geregnet, zwar waagrecht und in Strömen. Die Kühe, die es mit uns pilgern eh nicht einfach haben (siehe Blog 22), wurden heute richtig psychedelisch mit all unseren neonfarbenen Regenschütze! Ich habe mir zuerst noch überlegt in der Badehose und in Flip Flop loszuziehen, was aber Schade

Jakobsweg #24, Unterwegs im TGV

Gestern war ich mit dem TGV unterwegs – so hat es sich jedenfalls angefühlt. Vor ein paar Tagen erzählte ich Catalina, dass man keinem klaren Gedanken denken kann, wenn man am Leistungslimit geht – also quasi zu denken «aufhört». Heute war es soweit: Sie wollte meine Behauptung in der Praxis testen. Kurz nach dem ersten

Jakobsweg #23, Zu lange im Laubwald

Nein, erwachsene Menschen sollten einfach nicht zu lange durch den Wald wandern. Kein Wunder, dass bei 9h Laubwald am Tag der einte oder andere Pilger zwar liebenswert, aber auch ein wenig verschroben ist. Da ist Aaron, der Kanadier, der mit einem 40kg Überlebensrücksack wandert. Er hat das Zelt inklusive Lebensmittel für 4 Tage und eine

Jakobsweg #22, Shetland Inseln?!

In den letzten Tagen hat sich die Landschaft und Vegetation deutlich verändert. Der dichte Nadelwald ist einer mit sattem Gras bewachsener Hochebene gewichen. Wir sind jetzt seit 3 Tagen auf 1´000m Höhe und die Wolken scheinen hier förmlich die Hochebene zu berühren. Kein Wunder hatten die alten Gallier immer Angst, dass ihnen der Himmel auf

Jakobsweg #22, Rinderwahnsinn!

Erfunden, verbessert, optimiert und perfektioniert! Endlich ist das Unterhaltungsspiel für den Pilger da. Seit längerer Zeit habe ich begonnen mit Kühen zu sprechen, einfach aus Langeweile. Wer schon einmal vor einer Kuhherde stand und wild mit den Armen um sich gefuchtelt hat, dürfte beobachtet haben, dass die Kühe völlig entgeistert zurückstarren. Catalina und ich haben

Jakobsweg #21, Göthe auf dem Jakobsweg

Ooooooh, für einmal haut mich die Natur – und nicht der Geruch meiner Füsse – aus den Socken! Bisher war der ewige Laubwald einerlei, doch die Hochebene der heutigen Etappe ist spektakulär und so anders als bei uns: Eine unendliche Hochebene unterbrochen von Nadelwald mit Gras und bewohnt von Hochland Rindern und Pferden. Dazu meine

Jakobsweg #20, Plastiksäcke

Seit le Puy ist Vieles anders. Es sind deutlich mehr Leute unterwegs was in den Herbergen zu wenig Gastfreundschaft und mehr Massenabfertigung führt. Gestern wurden wir wie Aussätzige empfangen: Bei Ankunft musste alle Wanderutensilien ausserhalb des Hauses ausgezogen werden. Die Schuhe wurden entseucht, die Rücksäcke in Plastiksäcke gestülpt unter dem absoluten Verbot Waren ausserhalb dieser

Jakobsweg #19, Bequemlichkeiten des Lebens

Fantastisch, all die kleinen Bequemlichkeiten des Lebens wie 2 x am selben Ort schlafen, eigenes Zimmer, eigene Toilette mit Badewanne, Waschmaschine, Internet!!!!! und Eurosport (wo ich bereits alle Superbike Rennen des WE gesehen habe). Wer lacht, weiss nicht was 22 Tage Laubwald aus einem Menschen machen. Vielleicht besteht die Kunst des Lebens nicht in der

Jakobsweg #18, Exklusiv Wohnen

+ 1½h Unterkunft suchen Die heute Etappe war erfrischend weltlich. Nach 21 Tagen in 90 Seelen Dörfern ist eine Stadt mit 20k Einwohner Rock´n´Roll und die 4-stöckigen mittelalterlichen Gebäude quasi das Manhattan des Jakobweges. Aus wegtechnischer Sicht ist Le Puy das Ziel des ersten der drei Wege, die als Gesamtheit nach Santiago führen. Für ein

Jakobsweg #17, Vulkankrater

Gestern Abend als ich ankam, regnete es und war frostig kalt. An meinen Füssen hatte ich mehr Blasen als Zehen. Ich fragte mich gerade, ob es nicht einfacher wäre, die Zehen abzuschneiden, statt ständig die Blasen aufzuschneiden. Nach 21. Tagen täglich 6h wandern, hatte ich Lust auf laute Punk Musik, die ganze Nacht durchzuzechen, das

Jakobsweg #16, Doping?!

Lustig, an was für Orten wir überall übernachten. Gestern war das Massenlager in einem Radiosender wo im Raum neben uns Radio produziert wurde. Das Gebäude war eine Mischung aus «Villa Wahnsinn» und Roter Fabrik. Nachts wurden wir mehr durch einen Zufall – die beiden Restaurants des Ortes hatten natürlich am selben Tag geschlossen – bei

Jakobsweg #15, Gruss von meinem Sandwich

Heute gab es wunderbare Apfelplantagen, grosszügige Weinberge, rustikale Häuser und ein herrliches Panorama! Toll wieder in den Bergen zu sein… oder sind das die ersten Anzeichen, dass ich alt werde!? Morgen folgt die Königsetappe mit dem höchsten Punkt auf 1´200m und erwarteter reiner Wanderzeit von 9h. Drückt mir die Daumen! Übrigens: Gute Nachrichten von meinem

Jakobsweg #13, «Heiliger» Montag

Klassisches Eigentor: Auf dem Land ist am Montag scheinbar «heiliger Montag», d.h. alle Läden, Bäcker, Restaurants etc. sind geschlossen. Damit meine ich nicht etwa diesen Montag, sondern JEDEN Montag des Jahres. Entweder hat man dann Lebensmittel oder man verhungert. Nach 9h Wanderung ohne warme Mahlzeit und ohne Frühstück heute Morgen fehlte zu Letzterem wenig. Manchmal

Jakobsweg #12, «Versiffter» Wohnwagen

Der gestrige Tag startete Sintflut-artig. Seit gestern weiss ich definitiv, dass meine Ausrüstung wasserfest ist. Ich könnte wohl Tiefsee tauchen ohne nass zu werden. Das war aber nicht das Einzige biblische: Mein Körper «lief» gestern zu Hochform auf, wohl auch aus Angst in einer kleinen Provinzstadt übernachten zu müssen wo alles geschlossen war. So wanderte

Jakobsweg #11, «Französisch» Internet

Halleluja, wie sagte schon Boris Becker: «Ich bin drin!» Endlich, ich habe «französisch» Internet & Telefon. Seit gestern bin ich im wunderbaren Rhonetal mit seinen herrlichen Rebbergen, Weingütern, Schlössern und dem hervorragenden Essen. Spannender als die Gegend sind aber die Pilger, die man mittlerweile bei jeder Etappe wieder trifft. Was gibt es schon interessanteres als

Jakobsweg #10, Eine Banane, ein Apfel und ein Rübli

Heute hiess es Abschied nehmen vom Telefonabonnement und meinem geliebten Internet! Für mich noch der grössere Schritt als überhaupt auf den Jakobsweg zu gehen. Sollte die Welt in meiner «Abwesenheit» untergehen, informiert mich doch bitte per SMS . Die heutige Etappe war insofern speziell, dass es während 28km keine Verpflegungsmöglichkeit gab was mich in Anbetracht

Jakobsweg #9, Genf

Toll am Jet d´Eau in Genf zu sitzen, den ganzen Lac Leman zu sehen und zu wissen, dass man das alles zu Fuss gegangen ist. Natürlich könnte ich auch meine Blasen an den Füssen zählen, aber das ist «halt» kein so schönes Bild. Weniger spektakulär war dagegen der Zollübergang nach Frankreich. Nur weil ich per

Jakobsweg #8, Winterfahrplan

Heute hatte ich das erste Regenrennen. Ja Andreas, ich habe mittlerweile von den Trocken- (Flipflop) wieder auf die Regenreifen (Wanderschuhe) umgestellt. Überraschend wie einerlei das Wetter ist: Der «Lac Leman» mit seinen Rebbergen und «Châteaus» eine Perle. Wie sagt man so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleider und ich habe meine

Jakobsweg #7, Party heute Abend?

Wooouh, die heute Etappe war wie ein Spaziergang an der Côte d´Azur: Strand, Bikinis samt Inhalt, Yachten und herrliche Parkanlagen. Am liebsten hätte ich meinen Rucksack ausgezogen und wäre gejoggt oder geschwommen. Beim all abendlichen Suchen meiner Unterkunft meinte der heilige «Köbi» (Jakob) es noch besser mit mir. Die vermeintlich heruntergekommene Gemeindeherberge für 10.- CHF

Jakobsweg #6, Tolle Frau

Heute bin ich traurig. Habibi musste gestern nach Hause. Ohne sie wäre ich wohl nicht einmal den Jakobsweg gefunden. Danke Habibi, Du bist eine tolle Frau!! Je länger ich in der Welschschweiz bin, desto später wird am Morgen Frühstück serviert und desto schlechter ist der Weg markiert. Hier in VD braucht es bereits viel Fantasie,

Jakobsweg #5, Schwimmbad

Gestern wurde es richtig spannend: Wir hatten die Wahl zwischen zwei Varianten des Jakobweges. Wir haben uns für den längeren entschieden. Wieso? In Payern hat es ein Schwimmbad, in Romont nicht Also Vollgas in die Bad. Selten musste ich 6h auf das kühle Nass warten, dafür war es um so herrlicher. Gross umziehen musste ich

Jakobsweg #4, Flipflops

Bestimmt hatten meine Wanderschuhe toll ausgesehen und beim Besucher einen Hauch von Abenteuer verbreitet in den 6 Wochen in denen sie vor meiner Haustüre standen. Vielleicht hätte ich sie auch einfach einlaufen sollen. Tatsache ist, dass ich heute Morgen zu viele Blasen hatte um sie anzuziehen oder um es mit Habibis Worten zu sagen: «Ohhh,

Jakobsweg #3, Fehlanzeige

Fehlanzeige – heute waren weder Brat noch Angelina unsere Gäste. 5h herrliches Panorama, Kühe, Schweine und Ziegen, aber keine Menschenseele. Kann es sein, dass die Nutztiere alleine in den Bauernhöfen wohnen oder sollte ich einfach mehr Wasser auf unseren Etappen trinken? Zum Glück bringt mich Habibi ständig zum Lachen und teilt mit mir die wunderbaren

Jakobsweg #2, Schwingerfest oder Auswandern?

Zugegeben, es gibt bessere Ort als das Eidgenössische Schwingerfest in Burgdorf um den Jakobsweg zu beginnen. Unsere Frage: «Wo geht es nach Spanien. Ich will ausWANDERN?» hat unter den Schwingfestbesuchern zu allgemeiner Verwirrung geführt. Wir?! Ja, Habibi hat sich spontan bereit erklärt die ersten Etappen mitzugehen. Wenigstens konnte sie meine schwarzen «slimline» Hemden mit Stehkragen

Jakobsweg #1, D-Day

Morgen ist d-Day: 2´135 km zu Fuss in 82 Betten und 12 Wochen warten auf mich. Gemäss Adam Riese werde ich täglich 26 km oder 6 1/2 Stunden wandern – bei einem Ruhetag pro Woche 30km oder 7 1/2 Stunden. Pro Tag werde ich 4´200 kcal verbrennen, kummuliert dreimal den Himalaya besteigen. Da ich nur