#116 Am Äquator

Es ist ganz einfach: Ich muss nur von „Panama“ über „Haiti“ nach „Nicaragua“ gehen und bei „La Habana“ rechts abbiegen wobei ich eigentlich via „Nueva York“ abkürzen könnte. Ich bin in Quito wo die Strassen Länder- und Stadtnamen haben und versuche mir wieder einmal den Weg von „zu Hause“ zum Restaurant und zurück zu merken.

Seit einer Woche bin ich nun in Ecuador. Was für ein Gegensatz zu Kolumbien: Keine Dreimeter Mauern mit Stacheldraht, elektrischem Zaun und alle 20 Meter ein Wächter mit Schrotflinte. Endlich ausatmen statt sich nachts mit dem Rücken zur Wand von einem bewaffneten Wächter zum anderen zu angeln. Spannend wie wenige Kilometer einen so grossen Unterschied ausmachen.

Die ersten Tage habe ich bei Graham, einem äusserst gastfreundlichen Australier, verbracht. Er besitzt in Ibarra ein Gartencenter, das einem botanischen Garten gleicht. Bei ihm durfte ich gratis wohnen, essen, Pferde, Schafe, Fische und Ziegen füttern und im Anschluss auf einem Motorrad bis unter den 4’610 Meter hohen Krater des Ibaburra Vulkans „flitzen“. Ein Riesenspass!

Nun bin ich in Quito auf 2850 MüM. Ganz schön dünn die Luft hier – was mir persönlich aber nur gut tut: Endlich kann ich nicht Dauersprechen, sondern muss meinem Gegenüber aufmerksam zuhören. Manch ein Politiker sollte auch nach Quito verbannt werden!

Quito’s Altstadt ist überaus pittoresk. Kein Wunder, sie ist die besterhaltene Altstadt Südamerikas und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Zum ersten Mal habe ich an einer „Free Walking Tour“ teilgenommen, die es scheinbar überall in der Welt gibt. Die Tour war extrem aufschlussreich und sehr witzig, sodass unsere Reiseführerin sich kaum vor Trinkgeld erwehren konnte. Freiwillige Arbeit zahlt sich eben doch aus. In den nächsten Tagen fahre ich durch die einzigartige „Strasse der Vulkane“. Tolle Aussichten also.

Ecuador, ich war unwissend bezüglich Deiner Schönheit! Du hast mich erleuchtet!

One thought on “#116 Am Äquator

  1. Christian Mottier

    Salut,

    Je suis très heureux de t’avoir rencontré aujourd’hui au pied de l’Antisana! Je veux simplement te dire que je serais heureux de t’inviter chez moi pour quelques jours… Tu aurais une chambre pour toi, avec TV, internet ,douche et WC…!

    Tu peux prendre contact avec moi quand tu veux…!

    A bientôt…

    Christian

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